Joe Killan

Hallo. Mein Name ist Joe Killian. Ich habe am 13. April 1998 mit einigen Freunden den ZENDO Hoyel ins Leben gerufen. Gemeldet ist der Verein in Spenge und ihm gehören ca. 50 Mitglieder (Juni 2008) an.

Ich bin Jahrgang 1956, verheiratet und Vater einer Tochter. Bis 1986 war ich Sozialpädagoge im öffentlichen Dienst. Danach kam die Umschulung zum Programmierer. In diesem Beruf bin ich seit 1990 selbständig. Hobbys: Neben dem Karate noch ein wenig Gitarre.

Ein erster Kontakt mit Karate ergab sich im Laufe des Zivildienstes in Paderborn. Während des Studiums nahm ich, um fit zu bleiben, an Judo-, Karate- und Schwimmgruppen an der Uni Bielefeld teil. Der Bandscheibenvorfall im Jahre 1983 warf mich körperlich ein wenig zurück. Er wurde im selben Jahr in Bethel operiert. Es folgten 10 Jahre Reisen, Familie, Arbeit und Pseudofitness mit gelegentlicher Rückengymnastik, ein bisschen Fahrradfahren und leichtem bis mittelschwerem Rauchen.

1993 kam der Wiedereinstieg ins Karate im ZEN-DO Bielefeld bei Peter Wilmsen. Er unterrichtete damals das von Willi Horstmann entwickelte Shaolin Karate. Auf Grund fehlender Perspektiven und Zweifel an meinem damaligen Lehrer, begann 1999 eine stilmäßige Neuorientierung. Ich versuchte mir in der Folgezeit durch Training in mehreren Vereinen einen Eindruck von anderen Karatestilrichtungen zu verschaffen. So kam ich vom Karate Dojo Melle (Shotokan) zum BTW Bünde (Shotokan), nahm an Seminaren des Karate Club Sennestadt (Koshinkan) in Sennestadt und in Oberhausen teil und lud Gastlehrer für den ZEN-DO Hoyel ein.

Einer dieser Gastlehrer war Rainer Schmäring, seit 1995 Leiter des ZEN-DO Oberhausen e.V. und Gründer des DOJO in Mülheim. Sein Weg führte ihn 1997 nach Okinawa und dort unter anderem in das Kyudokan Honbu Dojo der Familie Higa. Die Familie Higa lehrt und verbreitet Okinawa Shorinryu Kyudokan Karate Do. Im Laufe der Zeit und nicht zuletzt auch durch sein weiterführendes Training in Italien bei Oscar Higa ist Rainer von der Art dieses Stils so überzeugt worden, dass er sich mit seinem Verein der World Okinawa Shorinryu Kyudokan Karate Do Federation anschloss. Er gründete somit deren erste Vertretung in Deutschland. Auf seinen Lehrgängen hat er es geschafft, uns ebenfalls für die immer wiederkehrenden Grundprinzipien des Kyudokan Stils zu begeistern. Tja, und deshalb hat sich der ZEN-DO Hoyel auch der Okinawa Shorinryu Kyudokan Karate Do Federation angeschlossen und betreibt nun seit Anfang 2001 Okinawa Shorin Ryu Kyudokan Karate.

Was für mich, absolut subjektiv, das Besondere am Kyudokan Karate ist? Ich fange langsam an zu verstehen, was es heisst, sich aus der Mitte heraus zu bewegen, die Techniken aus dem Hara zu entwickeln und über Hüfte und Schultern den ganzen Körper mit einzubeziehen. Fast alle Bewegungen haben einen kreisförmigen Ursprung, auch wenn dieser nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Es gibt keinen Stillstand, keinen Stop, die Bewegungen sind fortlaufend wobei hart und weich sich immer abwechseln bzw. ergänzen.

Wie oft ich trainiere? Ich habe 1993 angefangen mit ca. zwei mal pro Woche. Mittlerweile versuche ich jeden Tag etwas Zeit aufzubringen um das Gefühl für die Bewegungen nicht zu verlieren. "Karate ist wie kochendes Wasser, wenn das Feuer gelöscht wird, wird das Wasser kalt", hat Meister Yuchoku Higa einmal gesagt. Ich möchte dieses einmal gewonnene Gefühl auf keinen Fall mehr missen und ausserdem tut die Bewegung mir und meiner "Cox-Arthrose" gut. Yoko Geris (Seitwärtsfußtritte) oder Mawashi Geris (Halbkreisfußtritte) oberhalb des Knies sind zwar für mich gestrichen, aber im Kyudokan Karate ist das prozentuale Verhältnis von Handtechniken zu Fußtechniken ca. 80 zu 20 und Fußtritte werden entsprechend der Möglichkeiten des Schülers trainiert.

Was für einen Gürtelgrad ich habe? Im Shorin Ryu wurde ich im September 2002 auf den 2. Kyu eingestuft und habe im Dezember 2004 die Prüfung zum 1. Dan abgelegt. Damit habe ich etwas erreicht, auf dass ich ca. 11 Jahre hingearbeitet habe und das ist ein richtig gutes Gefühl.

Ich bin natürlich kein "Meister", weiß nicht, ob ich je einer sein werde. Vom Gefühl her habe ich gerade mal meine Grundschule abgeschlossen, muss natürlich noch permanent an ihr arbeiten und habe einfach großen Spass daran, auch anderen etwas von meinem Karate zu vermitteln.

    Joe Killian